Rackelhuhn

Als Rackelhuhn (oder entsprechend Rackelwild) werden Hybriden zwischen dem Birkhuhn und dem Auerhuhn (Lyrurus tetrix × Tetrao urogallus) bezeichnet. Diese treten bisweilen in Regionen auf, in denen beide Arten häufig nebeneinander vorkommen. Sie sind relativ selten, wohl aber unter natürlichen Bedingungen die häufigsten Raufusshühner-Hybriden. Aufgrund ihrer Seltenheit galt und gilt ihnen als Jagdwild eine besondere Aufmerksamkeit.
Es handelt sich immer um Vögel, die aus einer Kreuzung zwischen Birkhahn und Auerhenne hervorgegangen sind. Am auffälligsten sind hierbei die Hähne, Hennen fallen hingegen vermutlich wegen ihrer Ähnlichkeit mit Birkhennen wesentlich seltener als Hybriden auf. Aufgrund des erheblichen Größenunterschiedes kommen Kreuzungen zwischen Auerhahn und Birkhenne unter natürlichen Bedingungen wohl nicht vor und konnten auch in Gefangenschaft nur durch ein Fixieren der Henne und künstliche Insemination herbeigeführt werden. Rackelhühner sind nur sehr eingeschränkt fertil, es wurde in einem Fall in Gefangenschaft aber ein Hybrid zweiter Generation – ein Hahn, der aus einer Kreuzung zwischen einem Rackelhahn und einer Auerhenne hervorging – nachgewiesen.
Der Name „Rackelhuhn“ wurde vermutlich vom schwedischen Rackelhanar übernommen. Nach Abraham Gotthelf Kästner, der 1744 eine Beschreibung dieses Hybriden aus dem Schwedischen übersetzte, geht die Bezeichnung auf das Wort Rachla (= Räuspern, Schnarchen, Röcheln) zurück. Dies bezieht sich auf die stimmlichen Äusserungen, die auch als „Rackeln“ bezeichnet werden. Sie setzen sich sowohl aus Lautäußerungen von Birk- und Auerhahn, als auch aus einer sehr eigentümlichen, gutturalen Lautfolge zusammen, der Ähnlichkeit mit Schweinegrunzen nachgesagt wird.
Männliche Hybriden zwischen Birkhahn und Auerhenne stehen in Aussehen und Größe zwischen den beiden Arten. Die Körperlänge wird mit 65–75 cm angegeben.[6][7]
Kopf, vordere Halspartie, Brust und bisweilen der vordere Rücken schillern auf schwarzem Grund metallisch rotviolett bis kupferrot. Das Kehlgefieder ist verlängert. Rücken, Schultergefieder und Flügeldecken sind braunschwarz mit hellerer Kritzelung. Die Schwingen sind schwarzbraun mit rostbrauner Fleckung. Die Armschwingen tragen eine weissliche Binde und einen weissen Spitzensaum. Weisse Partien finden sich auch an Unterschwanzdecken und Flügelbug. Der Schwanz ähnelt dem des Birkhuhns, ist aber weniger tief ausgeschnitten und zeigt teils weisse Säume. Der Schnabel ist schwärzlich hornfarben, die Iris braun.[8][6][7] Ein unter künstlichen Bedingungen herangezogener Hybrid von Auerhahn und Birkhenne wich im Aussehen nicht wesentlich ab.[8]
Die Körperlänge der Hybridhenne wird mit 55–60 cm angegeben.[6] Zuchtversuche ergaben, dass die Hennen immer der der väterlichen Seite ähnelten. Rackelhennen (Birkhahn × Auerhenne) ähnelten Birkhennen – mit schmaler Querbänderung und ohne die für Auerhennen typische rötlichbraune Färbung der Brust.